Tipps zum Spieleinsatz

Freiwilligkeit

Die Teilnahme am Spiel ist immer freiwillig. Wenn jemand nicht mitspielen möchte, ist das völlig in Ordnung. Sie sollten aber trotzdem alle zum Mitmachen motivieren. Fragen Sie die Teilnehmer, die keine Lust zu haben scheinen, nach den Gründen dafür. Meist lassen sich schon dadurch Bedenken zerstreuen.

Motivation

»Müssen wir das machen?« »Ähh, jetzt auch das noch!« oder ähnliche Ausrufe, haben Sie vielleicht schon von Ihren Teilnehmern vernommen, als Sie vorgeschlagen haben: »Lassen Sie uns doch jetzt mal ein kleines Spiel machen«. Wie motivieren Sie die Teilnehmer zum Mitspielen? Häufig ist es gar nicht Unlust, sondern eher Unsicherheit und Angst, sich vor den Anderen zu blamieren oder fehlende Einsicht in den Sinn des Spieles, was den Widerstand auslöst.

Erkennen die Teilnehmer, dass die Seminarspiele Lerneffekte und »Aha- Erlebnisse« ermöglichen können und das Ganze auch noch Spaß macht, werden die Bedenken schnell zerstreut sein.

Um die Hemmschwelle für einen Teilnehmer gering zu gestalten, haben Sie die Möglichkeit, ihm zuerst einmal eine »harmlosere« Aufgabe zu übertragen. Integrieren Sie ihn z.B. in eine Beobachterrolle oder als jemanden, der Sie beim Notizenmachen unterstützt. Wahrscheinlich wird er beim nächsten Spiel mitmachen und nicht mehr nur beobachten wollen.

Auch der gruppendynamische Effekt ist nicht zu unterschätzen. Wenn ein oder zwei Teilnehmer sich negativ zu der Spielidee äußern, kann das die ganze Gruppe beeinflussen. Das funktioniert natürlich auch anders herum. Ruft ein Teilnehmer, nachdem Sie ein Spiel angekündigt haben: »Au ja, klasse, endlich eine Auflockerung!« und steht schon auf, bevor Sie die Gruppe dazu überhaupt aufgefordert haben, haben Sie meist schon das ganze Seminar für das Spiel gewonnen. Aber was machen Sie, wenn zwei negative Äus-serungen kommen und die ganze Gruppe in eine misstrauische »Warten wir ab«-Stellung geht? Aus meiner Erfahrung hat sich folgende Vorgehensweise bewährt: Formulieren Sie die Spielmöglichkeit als Vorschlag, die Sie durchführen können oder auch nicht. Sie würden das Spiel gerne mit den Teilnehmern erleben, aber wenn diese sich dagegen entscheiden, wäre das auch O.K. »Ich habe ein Experiment mitgebracht, welches wir hier durchführen könnten. Es ist ein Angebot. Wie ist die Stimmung bei euch dazu?« Haben Sie eine zurückhaltende Gruppe, werden nicht alle gleich »Ja, super« schreien, aber wenn jetzt kein massiver Widerstand kommt, sondern verhaltenes, zustimmendes Brummen, können Sie es probieren. »O.K., das ist ein Experiment, bei dem wir etwas über unsere Kommunikation erfahren können. Alle sind eingeladen. Steht ihr bitte dazu auf«, jetzt machen Sie eine einladende Handbewegung und stehen selbst auf. Dies gibt in den meisten Fällen der ganzen Gruppe den Impuls zum Aufstehen. Der Gedanke, der dahinter steckt, ist, den »Druck« aus der Situation zu nehmen. Wenn die Teilnehmer das Gefühl haben, dass Sie das Spiel nicht unbedingt durchführen müssen, kippt häufig die ablehnende Stimmung und die Neugier überwiegt. Man könnte ja etwas verpassen. Dieses Gefühl kann dann stärker als die Angst oder das Misstrauen werden. Aber dazu müssen die Teilnehmer den Eindruck gewinnen, dass sie wählen können.

Sollten Sie eine Gruppe haben, bei der Sie mit dieser Methode auf völlige Ablehnung stoßen, dann lassen Sie es mit dem Spiel vorerst bewenden. Probieren Sie es einfach nochmal am nächsten Tag mit einem vorsichtigen Angebot. Wahrscheinlich ist die Seminarstimmung dann so locker, dass Sie keine Probleme mehr mit dem Spiel haben werden. Aber manchmal geht es halt nicht. Warten Sie auf die nächste Seminargruppe.

Spiele immer mit Sinn und Themenbezug

Wenn das Spiel einen Bezug zum Thema hat oder in einer Seminarphase sinnvoll eingesetzt wird, ist das die beste Motivation für die Teilnehmer.

Sprechen Sie mit Ihren Teilnehmern. Erklären Sie den Themenbezug. Um so eher sind die Teilnehmer bereit, sich auf das Spiel einzulassen. Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihre Teilnehmer den Themenbezug erkennen, sobald Sie den Namen des Spiels genannt haben. Eine kurze Erklärung reicht aus: »Bei der nächsten Übung ist Reaktionsvermögen und Teamarbeit gefordert, außerdem eine Portion vorausschauendes Handeln. Das sind alles Eigenschaften, die Sie auch als Projektleiter benötigen«. Das könnten die einleitenden Worte zum Spiel »Drache-Held- Prinzessin« in einem Projektmanagement-Seminar sein.(aus dem Buch Seminar-Spiele)

Wenn Sie ein Auflockerungs- oder Aktivierungsspiel nach der Pause durchführen wollen, steigern ein paar einleitende Worte die Motivation: »Nach so einem leckeren Mittagessen bewegt sich das Blut meist eher im Magen als im Kopf. Ich habe eine Übung mitgebracht, bei der, so heisst es, linke und rechte Gehirnhälfte aktiviert werden. Sie sind herzlich eingeladen, diese Erfahrung zu teilen.«

Wie viele Spiele pro Seminar sind sinnvoll?

Die Menge macht´s? Quantität oder Qualität? Lieber wenige Spiele gezielt einsetzen, als viele Spiele sinnlos verbraten. Fangen Sie mit Ihren Seminarspielen dosiert an. Ich beginne mit dem ersten Seminarspiel meist erst am Nachmittag des ersten Seminartages (von Kennenlernspielen abgesehen). Die Teilnehmer haben dann schon Kontakt aufgenommen und die erste Unsicherheit ist verschwunden. Wie viele Seminarspiele Sie dann im Laufe des Seminars einsetzen, hängt von Ihrem Gefühl ab. Wie viel Lust haben die Teilnehmer? Wie viel Lust haben Sie selbst? Hier gilt, lieber ein  Spiel am Tag wirkungsvoll in den Seminarinhalt zu integrieren, als viele zusammenhanglose Aktionen einzuleiten. Aber ich hatte schon Seminargruppen, die so spielfreudig waren, dass mir am dritten Seminartag fast die Seminarspiele ausgingen. Sie können gut sieben oder mehr Spiele am Tag durchführen. Setzen Sie kürzere und längere Spiele im Wechsel ein.

Wie lange dauert ein Spiel?

Das kommt darauf an. Es gibt Spiele, die mehr Zeit in Anspruch nehmen, und solche, die in 5 Minuten gespielt sind.

Die Frage ist eher: »Wann beende ich ein Spiel?« Verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl. Hier gilt die Regel: »Aufhören, wenn es am schönsten ist«. Also, nicht zu warten bis keiner mehr Lust hat, sondern vorher eine gute Gelegenheit abzupassen, um das Spiel abzuschließen.

Was tun, wenn ein Spiel nicht »funktioniert«?

Ein Spiel funktioniert nicht. Was heißt das? Wenn die Teilnehmer nicht das machen, was das Spiel fordert? Nehmen Sie zum Beispiel die Übung »Ball-Bahnen«, bei der die Teilnehmer sich die Bälle in einer bestimmten Bahn zuwerfen sollen. Was machen Sie, wenn die Teilnehmer nicht richtig fangen, mit der Reihenfolge durcheinander kommen und die Bälle vertauschen? Klappt das Spiel dann nicht? Doch, es klappt eben auf diese Weise. Wenn Sie frei sind von der Vorstellung, wie ein Spiel zu funktionieren hat, funktioniert es immer, vorausgesetzt, die Teilnehmer machen auf ihre Art und Weise mit. In der Reflexionsphase ergänzen Sie einfach die Frage: »Warum, meinen Sie, ist die Übung so gelaufen?«

Seien Sie grosszügig

Das Gelingen einiger Spiele ist davon abhängig, dass die Teilnehmer vereinbarte Spielregeln einhalten. Ohne die Einhaltung der Regeln ergibt das Spiel keinen Sinn. Bei der »Raupe« darf z.B. nicht gesprochen werden. Wenn die Teilnehmer sich trotzdem verbal verständigen, verliert das Spiel viel an Reiz und Wirkung. Aber seien Sie nicht zu streng. Was macht es schon, wenn eine Gruppe mal ein Kommando ruft. Weisen Sie einfach auf eine freundliche, lockere Weise auf die Regeln hin. Schließlich ist es ein Spiel.

Auch bei Zeitvorgaben brauchen Sie nicht auf die Sekunde zu achten. Klar, bei einigen Spielen ist der »Zeitdruck« Bestandteil des Spiels. Wenn aber eine Gruppe für eine »Turmbauaktion« noch zwei Minuten für den letzten Schliff benötigt, gönnen Sie dem Team das Erfolgserlebnis.

Spiele haben auch andere Namen

Noch ein Tipp, wie Sie Ihre Teilnehmer zum Spiel motivieren können. Geben Sie dem Spiel einen anderen Namen. Spielen hat in manchen Zusammenhängen den Ruf, nicht ernsthaft genug zu sein. »Wir spielen hier doch nicht!« Lösen Sie das Problem, indem Sie das Spiel »Experiment«, »Versuch« oder »Aufgabe« nennen. Negative Assoziationen werden so vermieden und Neugier geweckt.

Mit der Gruppe kann ich das nicht machen

»Das ist ja alles ganz nett und vernünftig mit den Spielen, aber mit meinen Seminargruppen kann ich das nicht machen«, wird hin und wieder von Seminarleitern geäußert. Warum können Sie das ausgerechnet mit Ihrer Seminargruppe nicht machen? »Das sind Führungskräfte, die machen so was nicht mit«. »Das sind Ältere/Jüngere, die haben von so etwas genug« oder »Das sind Auszubildende, die haben zu sowas keine Lust.«

Mein Tipp dazu: Gehen Sie ohne »Vorurteile« in jede Gruppe. In Gruppen, bei denen ich zuerst dachte: »Oha, da wirst du es mit dem Spielvorschlag schwer haben«, bin ich auf begeisterte Spieler gestoßen. Deshalb bin ich dazu übergegangen, bei jeder Gruppe zuerst Spielbegeisterung vorauszusetzen.  Und gerade bei Gruppen mit so genannten Führungskräften habe ich meine schönsten Spielerfahrungen gesammelt.

Gruppen, die am ersten Seminartag noch misstrauisch auf mein Spielangebot reagiert haben, haben schon am zweiten Tag nach dem nächsten Spiel gefragt und es am dritten nach jeder Pause gefordert.

Spielbegeisterung teilen

Geben Sie Ihre eigene Spielbegeisterung weiter. Wenn Sie ein Spiel im Seminar einsetzen, dann sollten Sie selbst von dem Spiel überzeugt sein und Spaß daran haben. Wenn Sie selbst das Spiel doof finden und keine Lust dazu haben, kann sich das auf die Teilnehmer übertragen. Tragen Sie den Spielvorschlag und die Spielanregung selbstsicher und motivierend vor. Vermeiden Sie negative Aussagen wie: »Ich habe ein kleines Spiel mitgebracht. Wir müssen das natürlich nicht machen. Wäre nur ein Versuch. Meinen Sie, wir sollten das machen?« Formulierungen wie: »Ich habe Ihnen eine interessante Aufgabe mitgebracht, bei der Sie ein Geheimnis über sich entdecken können. Ich bitte Sie, dazu aufzustehen«, klingen da motivierender.

Spielen Sie selbst mit. Sie haben Vorbildcharakter. Wenn in dem Spiel zum Beispiel alle Beteiligten aufstehen sollen und Sie selbst bleiben sitzen, ist das eher hinderlich für den weiteren Spielverlauf. Stehen Sie selbst zuerst auf und bitten Sie die Teilnehmer mit einer motivierenden Geste, dies auch zu tun.

Spiele mit Körperkontakt

Spiele mit Körperkontakt benötigen immer eine bestimmte Vertrauensbasis, sind aber für die Stimmung im Seminar ungemein förderlich. Wichtig ist hier, dass der Kontakt im Rahmen des Spiels mit klaren Regeln abläuft und somit »legitimiert« wird. Haben Sie das sichere Gefühl, dass es in einer bestimmten Seminargruppe damit Probleme geben wird, wählen Sie einfach eine andere Übung.

Spiele erklären

Hier gilt: klar, einfach, verständlich. Wichtig ist, dass alle das Spiel und die Spielregeln verstehen. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Setzen Sie nichts voraus. Erklären Sie alles. Wenn Sie ein neues Spiel einsetzen wollen, machen Sie einen Erklärungstest mit einem Bekannten. Erklären Sie Ihm das Spiel unter folgender Vorraussetzung: Er darf nicht rückfragen (oder fragend schauen). Nachdem Sie mit Ihrer Erklärung fertig sind, lassen Sie sich das Spiel von ihm erklären. Jetzt erfahren Sie, wo bei Ihrer Erklärung noch Missverständnisse und Unklarheiten liegen.

Unterstützen Sie Ihre Spielerklärungen mit Zeichnungen, Beispielen und  indem Sie das Spiel vormachen. Die Spielregeln müssen einfach und klar sein, sonst beschäftigen sich die Teilnehmer mehr mit den Regeln als mit der Übung.

Sicherheit

Safety first. Die meisten Spiele sind »ungefährlich«. Aber trotzdem. Bei einigen kann es schon zu Beulen oder Verknacksungen kommen, wenn Sie nicht aufpassen. Gerade bei den Übungen mit verbundenen Augen oder schnellen Platzwechseln. Bitten Sie in kritischen Situation die anderen Teilnehmer um Mithilfe. Führt zum Beispiel eine Teilnehmergruppe eine Aktion mit verbundenen Augen durch, hat die andere Gruppe die Aufgabe aufzupassen, dass sich niemand am Kopf stößt. Also lieber etwas vorsichtiger sein. Sie haben die Verantwortung.

Feedback

In einigen Spielen ist »Feedback geben« Bestandteil der Reflexionsphase. Was habe ich beobachtet und was habe ich bei den Anderen wahrgenommen?

Feedback geben und Feedback bekommen ist eine hochsensible Interaktion.

Vereinbaren Sie mit Ihren Teilnehmern Feedbackregeln. Es gibt die sehr »puristische« Art, Feedback zu geben, die begrenzt ist auf die Rückmeldung der eigenen Wahrnehmung als rein »objektive« Beobachtung. Wobei es keine »objektiven« Beobachtungen gibt, und wenn es sie wider Erwarten doch geben sollte, ist die Auswahl, was ich von den »objektiven« Beobachtungen rückmelde, wiederum 100% subjektiv.

Beispiel für solche »objektiven« Beobachtungen sind: »Ich nehme wahr, dass du einen roten Pullover trägst.« »Ich habe bei dir nach fünf Minuten das erste Mal einen verbalen Beitrag wahrgenommen.« Bei dem roten Pullover werden wahrscheinlich alle noch zustimmend nicken (es sei denn, sie sind farbenblind), aber schon bei der fünf Minuten-Rückmeldung können die Wahrnehmungen sehr unterschiedlich ausfallen.

Ich denke, wichtig ist in diesem Zusammenhang, sich immer bewusst zu machen, dass es nicht »die Wahrheit« gibt und dies in der Rückmeldung auch auszudrücken. Das heißt, das Feedback  in einer »Ich-Aussage« zu formulieren: »Ich habe beobachtet ...«, »Mir ist aufgefallen ...« und nicht zu sagen »Du hast immer ...«, »Du bist ...«

Wenn Sie das Feedback sehr differenziert geben wollen, unterscheidet man zwischen: »Was nehme ich wahr?« »Wie wirkt das auf mich?« und »Ich interpretiere.« Beispiel: »Ich habe bei unserer Gruppendiskussion von dir nach fünf Minuten das erste Mal einen verbalen Beitrag wahrgenommen«. »Das wirkt auf mich sehr irritierend, denn ich hatte mit einem früheren Beitrag von dir gerechnet«. »Ich interpretiere das so, dass du dich in dem Thema nicht so sicher gefühlt und dich deshalb etwas zurückgehalten hast.«

Vielen fällt eine so differenzierte Rückmeldung schwer, gerade wenn nach einer Übung noch Emotionen im Spiel sind. Und mit Interpretationen sollte man vorsichtig sein. Wichtig ist, den Teilnehmern bewusst zu machen, dass Rückmeldungen immer subjektiv sind. Bitten Sie die Teilnehmer, die Rückmeldung immer in einer »Ich Aussage« zu formulieren.

Folgende Feedbackregeln haben sich bewährt:

Feedback ist freiwillig. Sowohl das Geben als auch das Nehmen. Klären Sie vor der Feedbackrunde  individuell mit jedem Teilnehmer, ob »Feedback« erwünscht ist. Möchte jemand keine Rückmeldung, bitten Sie die anderen Teilnehmer, dies (ohne Diskussion) zu akzeptieren.

Feedback ist subjektiv. Rückmeldungen erfolgen als »Ich-Aussage«. Zum Beispiel: »Mir ist aufgefallen ...«, »Auf mich hat das so und so gewirkt ...«

Feedback soll möglichst konkret sein (nicht pauschal oder allgemein: »Du bist immer so ...«)

Feedback soll nicht diskutiert werden. Verschiedene Teilnehmer können zu verschiedenen subjektiven Eindrücken gekommen sein. Diese verschiedenen Eindrücke können sehr wohl nebeneinander stehen bleiben. Bei einer subjektiven Rückmeldung gibt es kein Falsch oder Richtig. Alle Eindrücke sind »wahr«.

Den »Feedbacknehmer« direkt ansprechen und nicht mit anderen über ihn sprechen.

Konstruktives Feedback. Zur positiven Verstärkung und als Anerkennung können Dinge rückgemeldet werden, die einem positiv aufgefallen sind. Wenn auch etwas rückmeldet wird, was einen irritiert hat, sollten dies Dinge sein, die der Feedbacknehmer auch beeinflussen kann, und die ihm weiterhelfen. Wertschätzende Rückmeldung geben.

Der Feedbacknehmer hört sich die Rückmeldung an, ohne zu erklären oder sich zu rechtfertigen, auch wenn das manchmal sehr schwer fällt.

Die gesamte Feedbacksituation sollte in einer wertschätzenden und freundlichen Atmosphäre stattfinden. Um so leichter fällt es dem Feedbacknehmer, die Rückmeldungen auch anzunehmen und daraus Erkenntnisse zu gewinnen.

Vorteile von Spielen im Seminareinsatz

Lernen  erfolgt nicht nur auf der kognitiven Ebene. Dinge werden leichter behalten, wenn sie mit emotionalen Erlebnissen verknüpft werden. Wir können uns erinnern, weil wir damals so gelacht, uns angestrengt oder geärgert haben. Gerade wenn das Lernziel nicht nur auf Faktenwissen, sondern auch auf Einstellungsveränderungen, Verhaltenskorrekturen und Erfahrungsgewinn ausgerichtet ist, kommt man mit einem reinen »Folienvortrag« als Dozent nicht sehr weit.

Mit einem intensiven Lernspiel werden »echte« Gefühle ausgelöst. Die Teilnehmer freuen sich über den Erfolg, wetteifern um die schnellste Reaktion oder knobeln an einem Rätsel. Klar, die Spielsituation ist nie »genau« die Arbeitssituation. Gerade das ist der Vorteil des Seminarsspiels. Sie können sich gezielt einen Faktor des Spiels zur Reflexion herausgreifen, ohne sich in »operativen« Diskussionen zu verstricken. Wenn Sie versuchen, die Arbeits- oder Lebenswelt der Teilnehmer »1:1«  abzubilden, wird Ihnen das nicht gelingen. Das Spiel hat gar nicht den Anspruch, die »Wirklichkeit« zu simulieren, es hat im Spielmoment seine eigene Wirklichkeit. Erst in der Reflexionsphase wird die Brücke zur Arbeits- und Lebenswelt außerhalb des Seminars geschlagen. »Welche Phänomene, die wir im Spiel beobachtet haben, kennen Sie aus Ihrer Arbeitsumgebung?« In dieser Phase können die Prozesse, die im Spiel in konzentrierter Form abgelaufen sind, auf die Arbeitswelt übertragen  werden. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, die Fragestellung zu fokussieren.

Sie sollten es aber auch nicht übertreiben. Ein Spiel bleibt ein Spiel. Und wenn es allen Spaß gemacht hat und einige Teilnehmer mit einem kleinen »Aha-Erlebnis« nach Hause gehen, war es schon ein Erfolg.

Einige Spiele dienen auch »nur« zur Auflockerung. Lieber zehn Minuten in eine Auflockerung investiert und dann 30 Minuten konzentriert  und wach gearbeitet (und fünf Minuten eher Pause gemacht), als sich mit 15 müden und unkonzentrierten Teilnehmern durch 45 Minuten gequält.

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