Seminarspiel: Schnell-Ball

Ablauf  

Alle Teilnehmer stellen sich in einen Kreis. Sie beginnen den Ball einem Teilnehmer zuzuwerfen.

»Bitte wirf den  Ball an jemand anderen weiter. Jeder sollte den Ball mindestens und höchstens einmal fangen und werfen. Wenn alle den Ball einmal gehabt haben, wirft der Letzte den Ball zu mir zurück.«

Es entsteht eine bestimmte Ball-Bahn, also eine Personenreihenfolge, die der Ball durchläuft. Diese Personenreihenfolge soll aber nicht nur von einem Ball, sondern von drei (oder auch bis zu sechs) Bällen durchlaufen werden. Dasselbe wiederholen Sie mit einem zweiten Ball (und dritten bis zu sechs Bällen). Alle Bälle werden auf derselben Bahn geworfen. Die Bälle werfen Sie kurz hintereinander los. Wenn die Bahn läuft, gehen Sie aus dem Kreis heraus. Jetzt ist derjenige, der Ihnen zuletzt die Bälle zugeworfen hat der »Ballstarter« und bei ihm landen auch alle Bälle wieder.

Die Bälle werden vom »Starter« kurz hintereinander losgeworfen. Das ist der Prozess: Sechs Bälle müssen hintereinander eine bestimmte Personenreihenfolge durchlaufen. Die Aufgabe ist, den Prozess zeitoptimal zu gestalten.

Jetzt stoppen Sie die Zeit, wie lange die Gruppe für einen Durchgang braucht und erläutern nochmals die Bedingungen.

Erklären Sie nocheinmal die Rahmenbedingungen: »Die Rahmenbedingungen der Aufgabe sind, dass alle Bälle bei Peter nacheinander starten und in derselben Reihenfolge wieder ankommen. Jeder aus der Gruppe muß alle Bälle nacheinander in der eben festgelegten Reihenfolge berühren.« Die Gruppe darf den Prozess so oft wiederholen, wie sie möchte, um zu trainieren und zu experimentieren. Wenn die Gruppe die eine bestimmte Zeit erreicht, fragen Sie die Gruppe ob die Zeit nicht doch noch zu unterbieten ist oder motiviren Sie duch eine neue Zeitvorgabe. Geben Sie der Gruppe Zeit, eine kreative Lösung zu finden.

Organisation

Art des Spiels: Auflockerungsspiel mit »Hintergrund«

Anzahl der Teilnehmer: Prakisch beliebig. Vorschlag: nicht mehr als 20 Teilnehmer da es sonst zu lange dauert.

Zeitbedarf: 15-30 Minuten. Plus eventuelle Reflexion

Material: 3 bis 6 Jonglierbälle

Bei einer Gruppe von zwölf Teilnehmern dauert der Vorgang meist um die sechzig Sekunden. Wenn die Gruppe ehrgeizig ist und sich alle konzentrieren, können sie die Zeit auf fünfzig Sekunden verkürzen. Wird der Prozess noch mehr beschleunigt, schleichen sich meist Fehler ein. Ein Ball fällt runter, und es dauert plötzlich noch länger als vorher. Meist ist das der Moment, in dem alle sagen, der Prozess ist zeitoptimiert. Mehr ist nicht drin.

Bis ein Teilnehmer die Rahmenbedingungen abfragt. In der Regel kommt dann jemand auf die Idee: »Wir müssen ja nicht in dieser Form stehen bleiben, wir könnten uns doch in der Reihenfolge im Kreis stellen, wie wir uns eben die Bälle zugeworfen haben. Dann brauchen wir uns die Bälle nur weiterzugeben.« Die Rahmenbedingungen werden durch diese Veränderung nicht verletzt. Die Prozesszeit verkürzt sich von fünfzig auf zwanzig Sekunden. Wenn die Gruppe hier trainiert, sind noch mal zwei Sekunden rauszuholen. Jetzt ist aber das Optimum erreicht?
Wenn die Denkblockaden überwunden sind, findet die Gruppe zahlreiche Möglichkeiten, den Ablauf weiter zu verkürzen. Müssen sich eigentlich die Bälle bewegen? Können diese nicht auf einem Tisch fixiert werden, und wir gehen daran vorbei und berühren sie? Können die Bälle nicht durch eine Röhre rutschen, die durch unsere Hände gebildet wird? Und es geht unter zwei Sekunden für den ganzen Prozess. Zeitliche Prozessoptimierung von sechzig auf zwei Sekunden. Eine Zeitreduzierung von über 97%! Richtige »Zeitsprünge« in der Prozessoptimierung lassen sich nur durch innovative Neuerungen erreichen. In diesem Experiment zum Beispiel die Idee, den Standpunkt zu wechseln oder dass sich die Gruppe anstelle der Bälle bewegt.

Reflexion

Mögliche Auswertungen sind: »Wie sind die Entscheidungen in der Gruppe entstanden?« »Wann sind entscheidende Zeitverbesserungssprünge entstanden?» (Meist läßt sich ein Verfahren bis zu einer bestimmten Grenze optimieren. Dann kommt man nur mit einer neuen innovativen Idee weiter).

Einsatz

Das Spiel läßt sich in Seminaren einsetzen, bei denen es um Team- oder Gruppenarbeit geht. Auch bei Kreativitätstechnik oder in einem Zeitmanagementseminar, wenn es um die Erfahrung geht, dass man auch bei festgelegten Rahmenbedingungen, durch kreative Ideen, Abläufe optimieren kann.

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